Die Geschichte der Reinigung

Schon um 1800 gab es berufsmässige Fleckenentferner, es wurde Terpentin zur Fleckentfernung angewandt.Das Terpentinöl war aber zu teuer, um damit einen ganzen Bottich zu füllen und die schmutzigen Kleidungsstücke darin zu behandeln.Zu Beginn des 19.Jh.-s wurden aber in Frankreich die Walöl-Lampen durch Terpentinöl-Lampen ersetzt und so war das Terpentin ein relativ billiger Artikel geworden und konnte auch zum Reinigen von Textilien eingesetzt werden.Das hat der fr.Färbermeister Jolly Bellin erkannt und 1825 in Saint-Denis bei Paris eine Annahmestelle für Chemischreinigungsaufträge eröffnet.Er hat die Kleidungsstücke ganz in Terpentinöl eingetaucht und dann mit der Bürste bearbeitet.Die Fachwelt sprach von der “fr.Wäsche”.

So haben die ersten Fleckentferner in 1820.Jahren gearbeitet.

Über die Erfindung  der Chemischreinigung gibt es auch eine  Story:der Lehrling von Jolly Bellin hätte die Terpentinöl-Lampe umgestossen und der Inhalt hätte sich auf eine gerade auf dem Tisch liegende Uniformjacke ergossen.Nach dem Abtrocknen des Terpentins war die Jacke an den mit Terpentin in Berührung gekommenen Stellen saubergeworden.Das soll den Meister auf die  Idee gebracht haben, die Kleidungsstücke ganz  in Terpentin zu tauchen.

Auch in England wurde schon um 1850 das Reinigen mit Terpentin in grossem Umfang betrieben.

1842 wurde Benzol aus Steinkohlenteer grosstechnisch hergestellt, Benzol wurde ein kommerzielles Lösemittel. Benzol war preisgünstig und verdunstete viel schneller und reinigte viel besser.

Mit dem Wechsel des Lösemittels hat sich auch der Name der Dienstleistung geändert.Ab jetzt hiess es chemische Wäsche.

Die Reinigung in Berlin im Jahre 1878.

Die Reiniger merkten sehr schnell, ,dass Benzol gesundheitliche Gefahren in sich barg, deshalb ist schon in den 1860er Jahren das Benzin als neues Lösemittel eingesetzt worden.Dann hat sich auch die Maschinenentwicklung abgespielt, anegfangen  in Paris von den Nachfolgern von Jolly Belin.

In den Reinigungen kamen aber immer wieder Benzinexplositionen vor, die auf die elektrostatische Aufladung zurückzuführen waren.Es wurde herausgestellt, dass  wollene Gewebe die Eigenschaft haben, sich durch Reiben mit anderen Körpern, stark elektrisch aufzuladen.Es wurde ein Produkt entwickelt, das man dem Benzin zusetzen konnte, um die Brände zu verhindern.

Die Reinigungsmaschine im Jahre 1890 und 1930.

Man suchte weiter nach unbrennbaren Mitteln und  so kam man zu Tetrachlorkohlenstoff, Trichlorethylen und Perchlorethylen.Damit hat mit dem Jahr 1923 die Ära der unbrennbaren Lösemittel begonnen.Es wurden notwendige geschlossene Reinigungsmaschinen gebaut und immer weiterentwickelt.Von 1952 ist die Grundform der Reinigungsmaschinen als Schrank erhalten geblieben, an den Grundfunktionen hat sich nichts Wesentliches geändert, aber die umweltgerechte Arbeitsweise wurde konsequent verbessert.
1985 kam es auf der Suche nach Alternativen  zum Kohlenwasserstofflösemittel.

In den 90-er Jahren erhielt der amerikanische Ingenieur Maffei ein Patent für einen Entwurf für eine Reinigungsmaschine mit Kohlendioxid, bis jetzt hat es aber keinen durchschlagenden Effekt gehabt.CO2 ist ein farbloses und geruchloses Gas, das auch in der Luft enthalten ist, die Anwendung dieses Gases zur Reinigung wäre ökologisch sehr sinnvoll.

So werden heute meistens Perchlorethylen und Kohlenwasserstoffe als Lösemittel eingesetzt, entsprechend den Pflegesymbolen P und F.Die Durchführung des Reinigungsvorganges erfolgt in geschlossenen Reinigungsmaschinen, unter strengen gesetzlichen Auflagen in Umwelt-und Arbeitsschutz.